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Tagesgeldkonto – was ist das? Lohnen Zinsen?

Das Tagesgeldkonto erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, doch nicht immer ist ganz klar, welche Besonderheiten ihm eigentlich seinen speziellen Reiz verleihen. Wie unterscheidet es sich von anderen, oft extrem ähnlichen Formen der Geldanlage? Welche Vor- und Nachteile hat es? Was genau ein Tagesgeldkonto ist und was man bei der Eröffnung eines solchen Kontos unbedingt beachten sollten, erfahrt Ihr ausführlich im folgenden Blogeintrag.

Allgemeine Informationen

Das Tagesgeld, also somit das Tagesgeldkonto,  ist eine recht einfache Möglichkeit, überschüssiges Geld, das zum aktuellen Zeitpunkt keinem besonderen Zweck zugeordnet ist, zinsbringend anzulegen. Der Zins richtet sich stets am aktuellen, von der EZB festgelegten Leitzins aus, und unterliegt auf diese Weise ständigen Veränderungen. Das gesamte Guthaben kann jederzeit gänzlich vom Konto abgezogen und auf ein bei der Kontoeröffnung angegebenes Girokonto überwiesen werden. Oft werden Tagesgeld- und Girokonto in einem Bundle angeboten und sofort miteinander verknüpft.

Die sofortige Verfügbarkeit bezieht sich auf die jederzeitige Möglichkeit, den gesamten Betrag zu überweisen. Auf dem Girokonto geht das Geld nicht ohne Verzögerung, sondern erst nach der Bearbeitungszeit ein. Da diese dem Gesetz nach nicht mehr als einen Bankarbeitstag dauern darf, ist eine rasche Verfügbarkeit garantiert. In Bezug auf die sofortige Verfügbarkeit des gesamten Geldes ist jedoch Vorsicht geboten. Viele Banken bieten ‚Tagesgeldkonten‘ an, die eigentlich als Unterarten des althergebrachten Sparbuchs zu verstehen sind. Das heißt, dass nicht der gesamte Betrag sofort verfügbar ist, sondern nur bis zu einer gewissen Grenze ohne die Zahlung von Vorschusszinsen auf das Girokonto überweisen werden kann.

Die Sicherheit muss zumindest den meisten Privatanlegern keine Sorgen bereiten. Seit 2010 sind Einlagen in einer Höhe bis zu 100.000 Euro durch den Staat zu 100 % abgesichert. Hier ist jedoch Obacht geboten! Die gesetzliche Einlagensicherung sichert nur Konten ab, deren Banken direkt in Deutschland ansässig sind, in einem Land, das den Euro führt, oder aber jedem anderen Land, das Teil der EU ist. Bei Banken anderer Länder ist diese Sicherheit nicht gegeben! Stellen Sie vor der Eröffnung Ihres Tagesgeldkontos also sicher, dass die Bank nicht nur einfache Niederlassungen in den jeweiligen Ländern hat. Im Falle der Insolvenz der Bank kann bei vorhandener gesetzlicher Einlagensicherung das Geld rechtlich abgesichert eingeklagt werden. Einige Banken bieten darüber hinaus eine freiwillige Einlagensicherung an, die über die staatlich abgesicherten 100.000 Euro hinausgehen. Auf Beträge über den staatliche abgesicherten Satz besteht jedoch kein Rechtsanspruch.

Das Tagesgeldkonto gilt als reines Guthabenkonto und ist also solches nicht überziehbar. Anders als das Girokonto ist auch die Abwicklung des alltäglichen Zahlungsverkehrs nicht über diese Kontenart vorgesehen und kann auf diesem Wege nicht abgewickelt werden. Überweisungen auf verschiedene, fremde Girokonten sind nicht möglich.

Der Zins und vergleichbare Kontenformen

Vom Tagesgelkonto erhoffen sich die Anleger im Allgemeinen eine solide Verzinsung bei schneller Verfügbarkeit des Geldes. Hier kann recht einfach von Sparbuch und Festgeldanlage abgegrenzt werden. Während das Sparbuch im Regelfall deutlich niedrigere Zinsen aufweist und durch die begrenzte Entnahmemöglichkeit unattraktiver wird, bietet das Tagesgeldkonto deutlich mehr Freiheiten und Mobilität. Das Festgeldkonto hingegen sichert dem Kontoinhaber einen zur Eröffnung des Kontos festgelegten Zins über die gesamte Laufzeit zu. Dies kann sowohl ein Nachteil als auch ein Vorteil sein, je nachdem wie sich der Leitzins entwickelt. Ein großer Nachteil besteht darin, dass das Geld für die gesamte Laufzeit fest angelegt wird und zur Eröffnung des Kontos meist mehrere Tausend Euro Mindesteinlage benötigt werden. Auch hier ist das Tagesgeldkonto also deutlich flexibler, wenn es auch geringere Zinsen mit sich bringt.

Der Zinssatz, der auf Tagesgeld berechnet wird, ist recht gering. Bei kleineren Geldmengen ist er in den meisten Fällen kaum spürbar, kann aber als Ausgleich der Inflationsrate genutzt werden. Sinnvoller als das Geld daheim zu horten ist die Möglichkeit des Tagesgeldkontos in jedem Fall. Der Zins wird in bestimmten, zu Beginn festgelegten Abständen gutgeschrieben. Die passiert je nach Anbieter monatlich, pro Quartal oder jährlich. Um die positiven Auswirkungen des Zinseszins-Effektes nutzen zu können, sollten Angebote bei gleichem Zins mit geringeren Abständen vorgezogen werden.

Verfügung über das Guthaben und Kündigung

Wie bereits erwähnt kann auf das gesamte Guthaben jederzeit und ohne Einschränkungen zugegriffen werden, sofern es sich um ein echtes Tagesgeldkonto handelt. So bleibt die vollständige Kontrolle stets beim Inhaber des Kontos. In den meisten Fällen kann das Geld nur auf ein vorher eingestelltes Girokonto überweisen werden, selten wird dazu eine Bankkarte ausgegeben. Auf diesem Weg kann das Geld auch direkt in den Niederlassungen der Bank oder am passenden Geldautomaten abgehoben werden.

Die Kündigung des Tagesgeldkontos kann jederzeit erfolgen. Es bestehen keine einzuhaltenden Kündigungsfristen, ganz anders als beim Sparbuch, bei dem mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten gerechnet wird.

Was muss beim Anlegen eines Tagesgeldkontos beachtet werden?

Beim Anlegen eines Tagesgeldkontos müssen Sie einige Dinge im Auge behalten. Zunächst einmal müssen Sie feststellen, welche Summe eingelagert werden soll. Viele Anbieter verzinsen nur bis zu einer festen Obergrenze. Eröffnen können Sie das Konto dagegen schon mit der Einlage von einem Euro.

Des Weiteren sind Zins und Zinsintervall sehr wichtige Werte. Wie bereits beschrieben, kann über die Ausnutzung des Zinseszins-Effektes ein deutlicher Unterschied erzeugt werden. Auch ein geringfügig höherer Zins bei selteneren Auszahlungen führt nicht zwangsläufig zu einer höheren Gesamtsumme. Hier gilt es gründlich nachzurechnen, bevor die Entscheidung gefällt wird!

Der geringe Zinsertrag kann durch eine Kontoführungsgebühr des Tagesgeldkontos schnell zunichtegemacht werden. Bei den meisten Banken fallen für die Nutzung eines Tagesgeldkontos jedoch keinerlei Gebühren an.

Schlussendlich sei die bereits erwähnte Einlagensicherung noch einmal erwähnt. Auch wenn ausländische Anbieter möglicherweise auf den ersten Blick die besseren Konditionen bieten, müssen Sie immer im Hinterkopf behalten, dass Ihre Einlagen in diesem Fall nicht zwangsläufig abgesichert sind. Bei Insolvenz der Bank können Sie im schlimmsten Fall sämtliche angesparten Gelder verlieren. Bevor Sie ein Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Bank abschließen, sollten Sie tunlichst sicherstellen, dass eine gesetzlich fundierte Einlagensicherung vorhanden ist.

Tipp & Fazit

Ein Tagesgeldkonto ist ideal um relativ schnell an sein Geld zu kommen. Also das tägliche Leben und seine teils unvorhergesehenen Ausgaben zu meistern.
Aus diesem Grund habe ich beispielsweise 3 Monatsgehälter auf diesem Konto liegen. Des weiteren nutze ich Tagesgeld, um für geplante Ausgaben in der Zukunft zu sparen, wie z.B. einen Urlaub, eine größere Autoreparatur oder einen neuen Fernseher. Dazu transferiere ich monatlich einen (zuvor ausgerechneten) festen Betrag auf das Tagesgeldkonto.

Das Girokonto nutze ich nur für die täglichen und monatlichen Ausgaben, wie Einkaufen, Miete, Freizeit usw.

Ansonsten lasse ich jedoch mein „überschüssiges“ Geld auch noch in einem Wertpapierdepot für mich Arbeiten.